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Schmuckhandel – ein Gewerbe mit Geschichte

Fast jeder Mensch nennt Schmuck sein Eigentum. Schon früh in der Menschheitsgeschichte galten Schmuckstücke als Statussymbol und modische Accessoires. Dadurch entwickelte sich ein florierender Schmuckhandel, der heute einen festen Bestandteil jeder Volkswirtschaft darstellt. Ein Blick in die Historie der Branche fördert erstaunliche Erkenntnisse zutage und zeigt auf, welchem Wandel sie unterlag. Das Bedürfnis, den Körper mit edlen Gegenständen zu verzieren ist so alt wie die Menschheit selbst. Historiker verweisen darauf, dass Menschen schon vor 100 000 Jahren Schmuckstücke trugen. Einen Quantensprung stellen die Geschichtswissenschaftler in der Bronzezeit etwa 2000 bis 800 vor Christi Geburt fest. Damals entstand die Metallverarbeitung, aus Bronze und Kupfer ließ sich bis dato unbekannter Schmuck formen. Ein Handel fand damals jedoch noch nicht statt.

Import edler Materialien und Goldschmiede

Der Schmuckhandel konnte sich erst entwickeln, als die Europäer nach und nach die Welt erkundeten. Auf anderen Kontinenten trafen sie auf wertvolle Rohstoffe, an denen es in Europa mangelte oder die es dort überhaupt nicht gab. Das trifft auf Gold, Silber und Edelsteine zu. Ein lebhafter Handel mit diesen kostbaren Materialien begann. Goldschmiede verarbeiteten die Grundstoffe weiter und verkauften sie vor Ort. Sie bilden den Anfang des Schmuckhandels. In der Neuzeit ab etwa dem 19. Jahrhundert wurden die handwerkliche und die verkaufende Komponente größtenteils getrennt. Juweliere vertrieben Ohrstecker, Ringe, Creolen und viele andere Accessoires. Handwerksbetriebe und später auch große Industriefirmen stellten die Produkte her.

Schmuckstücke im Wandel der Zeit

Nicht nur der Wirtschaftssektor wandelte sich. Auch die Art des Schmucks entwickelte sich über diese lange Zeit. Viele Grundformen wie Creolen oder Ohrstecker blieben zwar gleich, auch die Materialien wie Silber sind heute größtenteils identisch. Doch bei der Gestaltung zeigen sich häufig Unterschiede. Zu gediegenen Schmuckstücken gesellen sich viele Produkte mit modischem Design. Zeitgenössische Designer durchbrechen alt hergebrachte Traditionen, der Fantasie setzen sie keine Regeln. Zudem gewann Piercingschmuck in den letzten Jahren zunehmend Bedeutung und eröffnete damit einen neuen Markt: Vor allem junge Menschen tragen kunstvolle Schmuckstücke aus Silber oder Gold an allen denkbaren Körperstellen.

Kostengünstige Massenprodukte

Der Handel trug dazu bei, dass Schmuck immer weitere Verbreitung fand. Spätestens seit Beginn der Massenproduktion kann sich jeder ein Schmuckstück leisten. Da in hohen Stückzahlen produziert wird, sinken die Herstellungskosten und die Preise fallen. Mit Handwerk hat dies jedoch nur noch wenig zu tun. Trotzdem erfüllt solcher Modeschmuck auch hohe ästhetische Ansprüche. Der Markt für Schmuck veränderte sich dadurch stark und wuchs rasant. Schmuck in unterschiedlichsten Qualitäten ist mittlerweile in fast jedem Kaufhaus zu erwerben. Seit den 1990ern gewinnt zudem der Onlinehandel an Bedeutung. In Webshops finden Sie eine riesige Auswahl an Accessoires, oftmals zahlen Sie deutlich weniger als im Fachhandel. Beim Service müssen Sie meist keine Abstriche machen. Gefällt Ihnen zum Beispiel ein bestellter Ohrstecker nicht, können Sie diesen innerhalb von vierzehn Tagen ohne Angaben von Gründen zurücksenden.

Konkurrenz zwischen Fachgeschäften und Webshops

Fachgeschäfte vor Ort müssen sich dieser neuen Konkurrenz stellen. Viele Betriebe konzentrieren sich auf exklusive Produkte sowie individuell bearbeitete Stücke, zum Beispiel gravierte Eheringe. Bei den hochpreisigen Schmuckstücken haben sie noch den Vorzug, dass Kunden diese häufig ausgiebig begutachten wollen und einen Versand scheuen. Dabei könnte der Kauf auch problemlos im Internet abgewickelt werden, Webshops informieren ausführlich über jedes Schmuckstück und versehen die Produktseiten mit vielen Fotos. Die Lieferung versichern sie in ausreichender Höhe, sodass Kunden keinen finanziellen Verlust fürchten müssen. Auch bei der individuellen Gestaltung verlieren Fachgeschäfte ihren Vorteil, auch Webshops bieten Gravuren. Neuerdings können Sie Schmuckstücke sogar selbst entwerfen und in Auftrag geben, dann entscheiden Sie zum Beispiel über die Zusammensetzung von Ketten. Insgesamt spricht deshalb vieles dafür, dass sich auch der Schmuckhandel wie viele andere Bereiche noch stärker in das Internet verlagern wird.

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